Muss man mit einer Vision für sein Unternehmen zum Arzt?

"Wer Visionen hat, der sollte zum Arzt gehen." 
Helmut Schmidt, deutscher Politiker (SPD); * 23.12.1918, † 10.11.2015

In Deutschland wird oft das Wort "Unternehmensvision" belächelt oder als PR-Geschwafel eingestuft.
Vielleicht liegt an der Definition des Wortes im deutschen Sprachgebrauch, wir haben es aus dem Englischen übernommen obwohl es bei uns eine Bedeutung hat.


Laut Duden bedeutet es: 
Vi­si­on, die Wortart: ℹ Substantiv, feminin

  • übernatürliche Erscheinung als religiöse Erfahrung (z. B. die Visionen der Apokalypse)
  • optische Halluzination (z. B. sie hat öfter Visionen)
  • in jemandes Vorstellung besonders in Bezug auf Zukünftiges entworfenes Bild (z.B. sie wollte ihre künstlerische, politische Vision verwirklichen)

mittelhochdeutsch vision, visiun = Traumgesicht; Erscheinung
lateinisch visio (Genitiv: visionis) = das Sehen; Anblick; Erscheinung

Der lateinische Ursprung deckt sich da schon eher mit der englischen Definition (frei übersetzt aus dem Oxford English Dictionary):

  • Die Fähigkeit oder der Zustand des Sehens
  • Die Fähigkeit über die Zukunft nachzudenken oder sie mit Hilfe von Vorstellungskraft und Einsicht zu planen
  • Eine Erfahrung, jemanden oder etwas in einem Traum oder Trance zu sehen, oder als eine übernatürliche Erscheinung.


Wenn wir unser Unternehmensleitbild formulieren und aufschreiben bzw. bebildern können wir es sehen. 
Durch das Sehen des Leitbildes wird in uns Dopamin ausgeschüttet das uns zur Umsetzung anregt. 
Das konkrete Handeln ist dann der entscheidende Unterschied zwischen einer Richtschnur, gegeben durch ein gelebtes Unternehmensleitbild, und einer reinen Vision. 
Wenn Du keine Visionen hast solltest Du lieber zum Arzt gehen.

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