Sind Manager ein "me too" - Produkt?

Eingeladen vom BVMW (danke, Daniela) durfte ich hinter die Kulissen der abat AG in Bremen schauen.

Auf zweieinhalb angenehm eingerichteten Etagen wird gleich eines deutlich: Hier kann man sich nicht hocharbeiten, die Büros der Geschäftsleitung sind in den unteren beiden Etagen verteilt. Auch die beiden Fachabteilungen -interne IT und Abrechnung- sind nicht "abgeteilt" sondern verteilen sich in den Räumlichkeiten. Die Treppe zwischen den Stockwerken ist sehr breit und kann als Forum genutzt werden. Ein Türschild mit dem Zusatz "Manager" ist nirgendwo zu finden.

Gründerin Gyde Wortmann hat mir berichtet, dass es vor einigen Jahren eine intensive Diskussion über die Einführung von Hierarchie-Ebenen gab. Das Unternehmen hat eine Geschäftsleitung und die beiden erwähnten Fachabteilungen, die anderen Mitarbeiter finden sich projektbezogen zu Teams zusammen, die selbstbestimmt im direkten Kontakt mit den Kunden die bestmögliche SAP-Lösung gestalten.

 

Vor einigen Jahren, die Mitarbeiterzahl war mittlerweile dreistellig, gab es einen intensiven Austausch, wie ein weiteres Wachstum in dieser Struktur darstellbar ist. Es wurde ein umfangreiches Hierarchie-System mit tollen Aufstiegsmöglichkeiten entworfen, doch es fühlte sich nicht richtig an. Das Buch "Rreinventing organizations" von Frederic Laloux gab den entscheidenden Impuls:
Nur weil andere Unternehmen mit Management-Ebenen arbeiteten war es keine Lösung für die abat AG. Das Konzept wurde verworfen und es wurde weiter unter Berücksichtigung des Gründungsprinzips expandiert: "Den Menschen vertrauen und respektvoll miteinander umgehen".


Mittlerweile arbeiten ca. 600 Mitarbeiter, überwiegend in selbst organisierten Einheiten und sind auch ohne Manager-Titel erfolgreich.
Ein "New Work Labor" bietet die Freiheit, weitere neue Arbeitsansätze in der Praxis zu testen. 
Eigentlich arbeitet abat schon seit zwanzig Jahren nach New Work-Prinzipien. Und wissen seit ein paar Jahren, dass das so heißt ;-)


Die Grundlagen sind:

  • Vertrauen und Respekt
  • Entscheidungen da treffen, wo das Wissen ist
  • Digitale Tools sinnvoll nutzen
  • GMV-Prinzip (Nutzung des gesunden Menschenverstandes)
  • Dialogbasierte Problemlösung

 

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