Und plötzlich kam da einer und wertschätzte die Menschen.

Heute, am Heiligen Abend, feiern wir dank des erfolgreichsten Storytellings der westlichen Welt wieder die Geburt Jesu. Auch ich, als Religionsloser genieße das Weihnachtsfest in allen Facetten. Gemeinsame, besinnliche Stunden mit der Familie und Freunden, knisternde Kerzen und garantierte zwei Kilogramm Gewichtszunahme ergeben mein jährliches, wundervolles Ritual.
Als „neuer Arbeiter“ schaue ich auf die Gesichte von Jesus Christ, Superstar, mittlerweile aus einem anderen Blickwinkel. Da war da einer, der die Menschen mit seinen Stärken und Schwächen akzeptierte, der als Dienstleister und Netzwerker für seine Mitmenschen tätig war und damit den Zorn der hierarchischen Römer auf sich zog.
Als kulturellen Anführer fand er schnell viele Follower und überzeugte sie von seiner sinnvollen Mission. Seine Eigenmarke war erfolgreich und er übernahm gesellschaftliche Verantwortung. Er war gegen Tempelkult und für die Gleichberechtigung. Nur das Gebot, dass wir keinen Gott neben seinem Vater haben sollen, ist ein Zeichen für einen Paternalismus im wahrsten Sinne des Wortes.
Ansonsten bietet das Christentum – wie die anderen Weltreligionen – vieles, was wir uns in Bar Camps heute neu erarbeiten und unglaublich clever finden.
Vielleicht ist das Weihnachtsfest für die Verfechter von New Work mal ein Anlass zur Besinnung, dass wir das Rad nicht neu erfinden, sondern einfach nur wieder ausgraben müssen. Veränderung entsteht nicht aus dem Nichts. Die menschliche Fähigkeit, bestehendes Wissen in einer neuen Zeit und mit anderen technologischen Möglichkeiten neu zu bewerten und zu kombinieren, bringt Wandel. Und das nicht nur als Neujahrsvorsatz.
 
Mit besinnlichen Grüßen
Stefan Janßen, Bauarbeiter bei der Baustelle Zukunft.

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