Die neue Flüchtlingswelle

Eine neue Flüchtlingswelle schwappt über Deutschland.
Erst waren nur einige hundert, nun sind es schon viele Tausend. Sie werden wegen ihrer Glaubensrichtung von Großteilen der Bevölkerung argwöhnisch betrachtet. Auch ihr Sprachgebrauch ist für den Durchschnittsbürger oft ein unverständlicher Kauderwelsch, gemischt aus der deutschen und englischen Sprache mit vielen eigenen Wortschöpfungen.

Wenn sie sich treffen herrscht das reinste Chaos. Sie erkennen keine vorgegebene Hierarchie an, hinterfragen jede Organisation und tragen oft kunterbunte Bekleidung. Auch die meisten ihrer erlernten Berufe sind an unserem Arbeitsmarkt nicht einsetzbar und haben umständliche, englische Bezeichnungen wie „Future Leadership Consultant“.

 

Sie sind nicht aus einem Gebiet geflüchtet, sondern aus unserer schönen Arbeitswelt. Ihr merkwürdiger Glaube besagt, dass die Art, wie wir arbeiten und konsumieren nicht mehr zeitgemäß ist. Meistens sind sie mit den neuesten Iphones in der Hand zu sehen und predigen ein neues Denken. Egal, ob man es hören möchte oder auch nicht. Sie sprechen von Selbstorganisation, Transparenz und Teilhabe. Dabei haben sie nicht mal eine gemeinsame Glaubensrichtung, sondern oft stark konträre Ansichten, wie denn ihre unwirtschaftliche neue Arbeit umgesetzt werden soll. Darüber können sie tagelang diskutieren und sind in einzelne Splittergruppen verfeindet, die zum Teil der Systemtheorie huldigen, zum anderen Teil der Potientialentfaltung Opfer bringen.

Wenn sie dann gar das ganze Wirtschaftssystem anzweifeln und von Ansätzen wie Gemeinwohl-Ökonomie reden, werden sie zu Recht wie Aussätzige behandelt. Ihr Streben untergräbt das Wirtschaftswachstum unserer Konsumgesellschaft. Mittlerweile beschäftigen sie sich nicht nur mit der Arbeitswelt, sondern unterwandern auch andere Lebensbereiche wir das Bildungssystem, mit verlockenden Worthülsen wie Augenhöhe. Es fehlt nur noch, dass sie sich in Deutschland parteilich organisieren und eine eAfD gründen, eine „echte Alternative für Deutschland“.

Es ist an der Zeit, diese Infiltrierung einzudämmen und deutlich zu machen, das unsere Arbeitsleitkultur unerschütterlich ist und diese New Worker sich auch mit immer neuen Plastikwörtern nicht einschmeicheln können. Eine Veränderung der Arbeitswelt und Gesellschaft ist mit Großteilen der Bevölkerung nicht zu machen. Die Wahrung des Besitzstandes darf nicht gefährdet werden, auch nicht durch diese bunte Horde der Flüchtlinge. Sonst werden wir in Zukunft ein Berufesterben erleben und ein unbezahlbares, bedingungsloses Grundeinkommen mittragen müssen. Tretet ihnen also entschieden entgegen, damit unsere Konzerne und unser Glück auch in Zukunft Bestand haben.

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Kommentare: 1
  • #1

    Florian Städtler (Samstag, 14 September 2019 12:01)

    Danke, lieber Zukunfts-Bauarbeiter! Für die Begleitung bei work-X19 und diese wunderbare Glosse zur weiter aufzubrechenden Blase. Bleib dran, stay hungry, stay foolish!