BeSINNliche Weihnachten

Weihnachten ist die richtige Zeit, mal einen großen Schritt aus dem Hamsterrad zu wagen und von außen auf den Sinn und Zweck unseres Handelns zu schauen.
Was habe ich im letzten Jahr dazu beigetragen, die Welt für mich und andere zu einem besseren Platz zu machen? Wie viel meiner WERTvollen Zeit habe ich genutzt, meine Werte zu bedienen und mir selbst gegenüber authentisch zu sein? Wie viele Stunden habe ich genutzt, zu gestalten? Und wie oft hab ich nur konsumiert?


Meiner Meinung nach nützen all die guten Vorsätze, die Benennung eines Purpose oder die Einigung auf New Work nichts, wenn wir nicht ins Gestalten kommen. Nie war das Konsumangebot größer, noch nie war der Zugang leichter oder verlockender. Wir können dem nur widerstehen, wenn wir tagtäglich unseren Gestaltungsmuskel trainieren. Wenn wir unsere Gestaltungsquote -also die Zeit in der wir aktiv sind und nicht passiv konsumieren- erhöhen. Dabei werden wir an unseren Taten und nicht an unseren Worten gemessen. Wir kommen unserem Sinn, unserem Nordstern, kontinuierlich näher. Der Weg ist dabei das Ziel.
Eingebunden in das Große und Ganze haben wir die Möglichkeit, der Gesellschaft durch unser Verhalten einen Drall in die richtige Richtung zu geben. Wenn genug würdige Mitstreiter in die gleiche Richtung schieben und wir stärker sind als andere Gruppierungen, hinterlassen wir in unserem sozialen System einen Schwung, der über unsere eigenen zeitlichen und biologischen Grenzen hinausgeht.

 

Für mich sind all die Bemühungen um New Work bisher Spiele wie im Kindergarten. Die neuen technischen und organisatorischen Möglichkeiten, die uns erstmalig geboten werden, erlernen wir spielerisch. Jedes Startup, dass eine App programmiert, die in 10 Jahren vergessen sein wird, trägt dazu bei. Jeder unternehmerische Tanker, der spürt, dass er mit bisherigen Lösungen nicht zukünftige Probleme bewältigt, beginnt das Steuerrad in eine andere Richtung zu drehen, obwohl die Auswirkungen erst in Jahren spürbar sein werden. Gemeinsam haben wir die große Chance, uns sozial, ökonomisch und ökologisch auf einen besseren Weg zu bringen.

 

All das, was wir nun unter der begrifflichen Klammer „New Work“ ausprobieren, ist die erste Schale einer Zwiebel. Sie wird sich noch oft häuten müssen, bis wir an den Kern einer gesellschaftlichen Veränderung kommen. Beim Zwiebelschälen fließen oft Tränen, es wird also kein einfaches Unterfangen sein. Aber wenn wir davon überzeugt sind, dass wir mit unserem Leben SINNvolles dazu beitragen, können wir zuversichtlich ins neue Jahrzehnt starten. Darauf sollten wir ein Glas guten Rotweins im Kreise unserer Liebsten trinken und freudig dem Jahr 2020 entgegenfiebern.

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